Ich war frustriert. Jeden Morgen der gleiche Stau, das gleiche Grau, die gleiche Hektik im Büro. Nach zwanzig Jahren als selbstständiger Handwerker in München hatte ich genug. Also verkaufte ich meine Firma, packte zwei Koffer und setzte mich in ein Flugzeug. Mein Ziel: Gran Canaria. Nicht für einen Urlaub, sondern für einen Neuanfang. Was ich dort lernte, hat meine Sicht auf Arbeit, Zeit und Geld komplett verändert. Wer über einen solchen Schritt nachdenkt, findet auf der Seite Gran Canaria Tipps online viele Berichte von Leuten, die genau diesen Sprung gewagt haben.
Am Anfang war alles fremd. Die Hitze, die Sprache, die langsamere Art zu leben. Ich mietete ein kleines Haus im Norden, weit weg von den Touristenstränden im Süden. Die ersten Wochen waren hart. Ich kannte niemanden. Aber dann begann ich, die Insel zu verstehen. Sie hat zwei Gesichter: das laute, kommerzielle im Süden und das ruhige, echte im Norden und in den Bergen.
Warum die Mitte der Insel mein bester Lehrer wurde
Die meisten Touristen fahren an die Küste. Ich wohnte in einem Dorf namens Tejeda, mitten in den Bergen. Dort gibt es keine Hotels, keine Discos, nur Steine und Wind. Ich half einem Bauern, Mandeln zu ernten. Er zeigte mir, wie man aus dem Stein Erde macht. Drei Monate arbeitete ich ohne Vertrag, ohne festen Lohn. Dafür lernte ich, dass der Wert einer Sache nicht im Preis liegt. Der Bauer hatte kaum Geld, aber ein Haus, das seit vier Generationen in seiner Familie war. Er besaß keine Uhr. Wenn die Sonne hoch stand, aßen wir. Wenn sie unterging, hörten wir auf. Dieses Leben hat mich gelehrt, wie viel Zeit man verschwendet, wenn man denkt, man müsse immer etwas Neues erreichen.
Irgendwann traf ich einen Schreiner aus Dänemark. Er war vor zehn Jahren mit einem Rucksack angekommen. Jetzt baute er Möbel aus Kiefernholz, die er auf dem lokalen Markt verkaufte. Er sagte: „Wenn du hier überleben willst, musst du vergessen, was du in der Stadt warst. Hier zählt nur, was du heute machst.” Das war ein harter Satz, aber er hatte recht. Ich fing an, kleine Reparaturen für die Nachbarn zu machen. Ein undichtes Dach, eine kaputte Pumpe. Die Leute zahlten mit Olivenöl, mit Ziegenkäse, mit Arbeit an meinem eigenen Haus.
Was ich anders mache als die meisten Auswanderer
Viele, die nach Gran Canaria kommen, wollen einfach nur am Strand liegen. Sie vermieten ihre Wohnung in Deutschland und leben von der Miete. Das klappt ein, zwei Jahre. Dann wird es langweilig. Ich habe gesehen, wie Leute nach einem Jahr wieder zurückfliegen, weil sie keine Aufgabe hatten. Mein Tipp ist: Finde eine Arbeit, die dich mit der Insel verbindet. Nicht mit dem Tourismus, sondern mit dem Ort. Das kann sein:
- Alte Häuser restaurieren, das ist echte Handarbeit mit Stein und Kalk
- Ein kleiner Gemüsegarten, der die eigenen Teller füllt
- Mit lokalen Künstlern Holzarbeiten oder Töpferei machen
- Sich in einer der Dörfer als Nachbarschaftshilfe engagieren
- Wandern und die Wege pflegen, die oft verfallen sind
Jetzt lebe ich seit fünf Jahren hier. Ich habe kein großes Konto mehr. Aber ich schlafe jede Nacht bei offenem Fenster und höre die Grillen. Mein Haus ist klein, aber es gehört mir. Ich repariere für die Leute im Dorf Dinge und bekomme dafür Lebensmittel oder Hilfe bei eigenen Projekten. Letzte Woche half ich einer alten Frau, ihre Zisterne zu reinigen. Sie schenkte mir zwei Flaschen selbstgemachten Wein. Mehr brauche ich nicht.
Man kann nicht ankommen, indem man wegläuft. Man kommt an, indem man bleibt, auch wenn es schwer ist.
Das ist der Unterschied zwischen einem Touristen und einem, der bleibt. Der Tourist sieht die Insel als Kulisse. Ich sehe sie als Werkstatt. Jeder Tag hier ist Arbeit. Aber es ist meine Arbeit, nicht die von jemand anderem. Wenn Sie auch überlegen, den Schritt zu machen: Fahren Sie nicht gleich in den Süden. Mieten Sie ein altes Haus im Norden, lernen Sie einen Nachbarn kennen, der keine Zähne mehr hat, und fragen Sie ihn, wie man Ziegen melkt. Dann werden Sie verstehen, ob das Ihr Weg ist. Die meisten schaffen es nicht. Aber für die wenigen, die es schaffen, ist es das Beste, was sie je gemacht haben.